Werkhallentalk bei der Infineon Technologies AG in NeubibergBerlin/Neubiberg: Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer der Infineon Technologies AG diskutierten am 10. Juni 2011 beim „Werkhallentalk“ mit Vertretern des Europäischen Parlaments und der Bundesregierung über europäische und wirtschaftspolitische Fragen. Das Diskussionsforum bei der Infineon Technologies AG in Neubiberg bei München war die fünfte Station der bundesweiten Veranstaltungsreihe „Werkhallentalks - arbeiten im vereinten Europa“. Sie dient dem Dialog zwischen Politik und Arbeitnehmern und soll die regionale Bedeutung europäischer Entscheidungen verdeutlichen.
Der Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies AG Peter Bauer betonte das Interesse des Unternehmens und seiner Mitarbeiter am Themenkomplex Europa. Infineon sei erfreut darüber, die Podiumsgäste für einen offenen Dialog begrüßen zu dürfen.
Auf dem Podium standen die Mitglieder des Europäischen Parlaments Nadja Hirsch (FDP) und Wolfgang Kreissl-Dörfler (SPD) sowie Sabine Heimbach, Stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, der Vorstandsvorsitzende der Infineon Technologies AG Peter Bauer und der Leiter der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in München Dr. Henning Arp Rede und Antwort. Diskutiert wurden vielseitige Fragen zu wirtschaftlichen und politischen Aspekten. So war etwa die Öffnung des deutschen Arbeitsmarktes und deren Auswirkung Thema. Die Podiumsgäste waren sich einig, dass der deutsche Arbeitsmarkt Fachkräfte dringend benötige und die Schaffung eines europäischen Arbeitsmarktes hierzu beitragen könne. Besonders Sabine Heimbach und Wolfgang Kreissl-Dörfler stimmten in den Ruf Peter Bauers nach einer weiteren Entbürokratisierung des Arbeitsmarktes ein. Auf die Frage, ob die Einmischung der Europäischen Kommission durch Empfehlungen an die Mitgliedstaaten richtig sei, antwortete Dr. Henning Arp mit einem klaren „Ja“. Gerade in der Wirtschaftskrise sei klar geworden, dass die EU eine gemeinsame Wirtschaftspolitik brauche und die Empfehlungen das richtige Instrument sei, um dies zu verwirklichen. Auf die Nachfrage an Peter Bauer, ob Infineon der Atomausstieg Deutschlands gelegen komme, antwortete dieser, dass die größte Energiequelle die Einsparung von Energie sei. An die Adresse der Politiker fügte er hinzu, dass sein Unternehmen grundsätzlich zur Zahlung höherer Energiepreise bereit sei, wenn im Gegenzug die Investitionen in den Netzausbau gesichert würden. Die Vertreter der Europapolitik äußerten, dass ihnen hierbei die Hände weitgehend gebunden seien, da die EU nur in den Bereichen handeln könne, in denen ihr Kompetenzen zugewiesen seien, was auf die Energiepolitik nicht zutreffe. Zur Währungskrise bemerkte Wolfgang Kreissl-Dörfler, dass eine Währungsunion ohne eine Wirtschaftsunion zum Scheitern verurteilt sei. Man müsse die Europäer manchmal eben „zum Jagen tragen“. Gleichzeitig befürchtete er, dass ein zu hartes Sparprogramm für Griechenland das „Land explodieren lassen“ könne. Sabine Heimbach konterte, dass bei unkonditionierter Hilfe Milliarden verloren gegangen wären. Eine Spontanabstimmung unter den Teilnehmern von Infineon ergab, dass die Mehrheit für eine Rettung Griechenlands plädierte. Zur Zukunft Europas äußerte sich Sabine Heimbach positiv: „Wenn Europa wahrnehmbar bleiben will, dann muss es zusammen bleiben und darf den europäischen Gedanken nicht preisgeben.“ Nadja Hirsch stimmte zu und lobte die positive Europa-Stimmung bei Infineon. |

