Werkhallentalk bei der SolarWorld AG in Freiberg

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Bürger und Mitarbeiter fordern auf dem Werkhallentalk bei der SolarWorld AG Investitionen in Bildung im Kampf gegen den Fachkräftemangel


Berlin/Freiberg, Der Konferenzraum der SolarWorld AG wurde zum Schauplatz europäischer Politik – über 150 Mitarbeiter der SolarWorld AG und Gäste aus Freiberg und der Umgebung diskutierten am 10. Dezember 2010 mit Vertretern des Europäischen Parlaments, des Bundestages und der Stadt Freiberg sowie mit Unternehmensvertretern und Europaexperten.

Die Veranstaltung bei SolarWorld war das dritte Dialogforum der Veranstaltungsreihe Werkhallentalks – arbeiten im vereinten Europa der Aktion Europa, die deutschlandweit Arbeitnehmer, interessierte Bürger, Europaparlamentarier und Unternehmensvertreter in einen Dialog über lokale und europäische Themen bringen möchte. In Freiberg nahmen vorwiegend junge Menschen in der betrieblichen Ausbildung am Werkhallentalk teil.

Von Seiten der Aktion Europa hieß Dr. Ulrich Brückner, Mitglied im Team Europe Netzwerk der Europäischen Kommission, alle Teilnehmer herzlich willkommen. Er betonte die Notwendigkeit, Europa durch einen solchen Dialog greifbarer für die europäischen Bürger zu machen und forderte die Gäste auf, gemeinsam mit den Podiumsteilnehmern über Europa zu diskutieren. Neben Auszubildenden und Arbeitnehmern aus dem Unternehmen waren 70 Freiberger Bürgerinnen und Bürger gekommen. Diese stellten dem Podium ihre Fragen, etwa zu dem Thema, woher Deutschland in Zukunft seine Fachkräfte beziehen wird. Außerdem interessierte die Zukunft der Energiebranche.

Auf dem Podium boten sich das Mitglied des Europäischen Parlaments Dr. Peter Jahr, die Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe, der Oberbürgermeister der Stadt Freiberg Bernd-Erwin Schramm, der Vorstandsvorsitzende der SolarWorld AG Mario Behrendt sowie der Vertreter der Europäischen Kommission Dr. Ulrich Brückner als Gesprächspartner an. Die Moderation übernahm der Wirtschaftsredakteur der Freien Presse Christoph Ulrich. Behrendt stellte fest, dass Produktionsstätten der SolarWorld AG mit Hilfe europäischer Fördermittel gebaut wurden. Den Standort Freiberg hielt er im Bereich Photovoltaik im europäischen Vergleich gut aufgestellt.

Die diskutierten Themen spannten einen weiten Bogen. Die Gäste diskutierten heiß wie Bildungs- und Zuwanderungspolitik dem drohenden Fachkräftemangel in Deutschland entgegenwirken können. Sowohl von Seiten der Gäste als auch des Podiums wurde die Forderung laut, die deutsche Bildungspolitik zu vereinheitlichen, um jungen Menschen in Deutschland dieselben Chancen zu bieten. So forderte Dr. Jahr die Einführung des Zentralabiturs für Deutschland. Kolbe kritisierte, dass der soziale Hintergrund immer noch ausschlaggebend für die Bildungschancen von Kindern und Jugendlich sei. Mehrmals aufgegriffen wurde auch die Rolle Sachsens in Europa. Die Gäste wollten dabei insbesondere wissen, inwieweit Sachsen auch in Zukunft in den Genuss von Fördermitteln der EU kommen wird. Diese Frage war nicht nur für die Mitglieder der SolarWorld AG von Bedeutung, sondern wurde auch von Seiten kleiner und mittelständischer Unternehmer gestellt. Zum Abschluss hob Schramm den Standortvorteil seiner Stadt im Bereich technischer Ausbildungsgänge hervor.

Im Anschluss an die Veranstaltung nahmen die Gäste an einer Führung durch die Fertigungsstätten teil und vertieften im informellen Rahmen die Diskussion über Europa.
 

Beitrag eff3

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